Die E-Rechnung: technische Umsetzung in Stripe
In diesem Beitrag lernen Sie, wie sich die E-Rechnung in Stripe Billing umsetzen lässt.
Einleitung
Wenn Sie Ihre Rechnungen über Stripe erstellen, stellt sich seit der E-Rechnungspflicht eine neue Frage: Reicht die PDF-Rechnung aus Stripe noch aus, oder brauchen Sie ein strukturiertes Format?
Stripe erzeugt im Standard eine PDF, und im umsatzsteuerlichen Sinn ist das keine E-Rechnung. Für den Versand echter E-Rechnungen aus Stripe empfehlen wir die App Fizard, die sich direkt in Stripe einbinden lässt.
Vorab einige Klarstellungen, weil zu E-Rechnungen aus Stripe häufig Missverständnisse bestehen.
Eine E-Rechnung ist keine besonders gestaltete PDF, sondern eine Rechnung in einem strukturierten Datenformat, das Software automatisch auslesen kann.
Die Pflicht greift außerdem nicht erst 2028: E-Rechnungen empfangen zu können, gilt bereits seit Januar 2025 für alle inländischen Unternehmen.
Auch der Versand ist nicht für jeden gleich geregelt. Bis Ende 2026 dürfen Sie B2B-Rechnungen mit Zustimmung des Empfängers weiter als PDF verschicken; ab 2027 hängt es von Ihrem Vorjahresumsatz ab. Rechnungen an Privatkunden bleiben dauerhaft von der Pflicht ausgenommen.
Eine teure Spezialsoftware brauchen Sie dafür nicht. Fizard ist im Stripe App Marketplace kostenlos verfügbar und übernimmt die Umwandlung und den Versand automatisch.
Warum die PDF aus Stripe nicht genügt
Stripe Invoicing und Stripe Billing erstellen für jede Rechnung ein PDF und versenden es per E-Mail. Das deckt den klassischen Rechnungsversand ab, erfüllt aber nicht die Anforderungen an eine E-Rechnung.
Eine E-Rechnung im Sinne des Umsatzsteuerrechts ist eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format nach der europäischen Norm EN 16931. Eine reine PDF gilt dagegen als "sonstige Rechnung" – sie lässt sich zwar lesen, aber nicht automatisiert weiterverarbeiten.
Stripe erzeugt diese strukturierten Formate nicht selbst. Stattdessen unterstützt Stripe den Versand über App-Partner aus dem Stripe App Marketplace, die sich ohne Programmierung einrichten lassen. Fizard ist einer dieser Partner.
XRechnung und ZUGFeRD
In Deutschland sind zwei Formate verbreitet, die beide der Norm EN 16931 entsprechen. Die XRechnung besteht ausschließlich aus einem XML-Datensatz und ist rein maschinenlesbar. ZUGFeRD ist ein hybrides Format: ein PDF mit eingebettetem XML, das für Menschen lesbar bleibt und sich gleichzeitig maschinell verarbeiten lässt.
Fizard erzeugt E-Rechnungen im ZUGFeRD-Format. Für Sie und Ihre Kunden bedeutet das, dass die Rechnung weiterhin aussieht wie eine gewohnte PDF, aber die strukturierten Daten enthält, die das Gesetz verlangt.
Wann Sie betroffen sind
Beim Thema E-Rechnung lohnt die Unterscheidung zwischen Empfangen und Versenden, weil dafür unterschiedliche Fristen gelten.
Der Empfang ist bereits geregelt. Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes inländische Unternehmen E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können. Dafür genügt zunächst ein E-Mail-Postfach, in dem die Rechnungen eingehen.
Für den Versand gelten gestaffelte Übergangsfristen:
| Zeitraum | Was beim Versand gilt |
|---|---|
| Bis 31.12.2026 | Papier weiter erlaubt; PDF nur mit Zustimmung des Empfängers |
| 2027 | E-Rechnungspflicht ab über 800.000 € Vorjahresumsatz; darunter weiter PDF möglich |
| Ab 01.01.2028 | E-Rechnung für alle inländischen B2B-Umsätze verpflichtend |
Die 800.000-Euro-Grenze bezieht sich auf den Gesamtumsatz des Vorjahres. Für die Pflicht ab 2027 zählt also Ihr Umsatz im Jahr 2026.
Nicht jede Rechnung fällt unter die Pflicht. Für einige Fälle dürfen Sie dauerhaft bei der bisherigen Form bleiben.
Welche Rechnungen von der E-Rechnungspflicht ausgenommen sind
Ausgenommen sind unter anderem Kleinbetragsrechnungen bis 250 € brutto, Fahrausweise sowie bestimmte umsatzsteuerfreie Leistungen nach § 4 Nr. 8 bis 29 UStG. Kleinunternehmer nach § 19 UStG müssen ebenfalls keine E-Rechnungen ausstellen, jedoch weiterhin empfangen können. Rechnungen an Privatkunden (B2C) sind von der Versandpflicht nicht betroffen.
E-Rechnungen aus Stripe mit Fizard versenden
Wort-für-Wort Transkript
Mit Stripe E-Rechnung zu versenden, benötigen wir eine zusätzliche App namens Fizard.
Ist eine App, die sich mit Ihrem Stripe Konto verbindet und die E-Rechnung im Hintergrund erzeugt.
Sobald Stripe eine PDF Rechnung oder eine Gutschrift erstellt, prüft Fizard die Daten und wandelt diese Rechnungen für Kunden in Deutschland in eine ZUGFeRD-E-Rechnung. Diese wird anschließend automatisch per E-Mail versendet.
Kunden in anderen Ländern erhalten weiterhin eine PDF. Ihren Rechnungsablauf in Stripe müssen Sie dafür nicht ändern. Sie erstellen Rechnungen wie bisher und die Umwandlung läuft automatisch im Hintergrund mit. Fizard einzurichten, öffnen wir zunächst den App Marketplace und klicken auf App Marktplatz erkunden.
Im Anschluss suchen wir die App Fizard finden hier die App E-Invoice, E-Rechnungen. Wir klicken einmal drauf und installieren die App.
Nun kommen wir zu den App Einstellungen und werden hier in der Einrichtung durch die App unterstützt.
Im ersten Schritt wird vorgeschlagen, PDF Links und Anhänge in Rechnungs-E-Mails und Zahlungsseite aufnehmen zu deaktivieren Und im zweiten Schritt muss die Standardsteuer ID festgelegt werden, das heißt die Umsatzsteuer ID Nummer. Sobald dies eingerichtet ist, sehen Sie hier oben ein Widget.
Und wenn Sie Rechnungen schreiben, können Sie auf dieses Widget klicken und sehen, dass die E-Rechnung korrekt erzeugt und versendet wird.
Ich habe hier eine Beispielrechnung. Und wenn ich nun auf dieses Widget klicke, sehe ich, dass die E-Rechnung erstellt wurde und ich könnte die E-Rechnung hier herunterladen oder aber auch erneut senden.
Fizard ist eine App, die sich mit Ihrem Stripe-Konto verbindet und die E-Rechnung im Hintergrund erzeugt. Sobald Stripe eine PDF-Rechnung oder eine Gutschrift erstellt, prüft Fizard die Daten und wandelt die Rechnung für Kunden in Deutschland in eine ZUGFeRD-E-Rechnung um. Diese wird anschließend automatisch per E-Mail versendet. Kunden in anderen Ländern erhalten weiterhin eine PDF.
Ihren Rechnungsablauf in Stripe müssen Sie dafür nicht ändern. Sie erstellen Rechnungen wie bisher, und die Umwandlung läuft automatisch mit.
So richten Sie Fizard ein
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Sie öffnen Fizard im Stripe App Marketplace
Sie öffnen den Stripe App Marketplace und suchen die App "E-Invoice / E-Rechnung" von Fizard unter marketplace.stripe.com/apps/e-invoice-e-rechnung.
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Sie installieren die App
Sie installieren die App mit wenigen Klicks direkt aus dem Marketplace und verbinden sie mit Ihrem Stripe-Konto.
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Sie prüfen Ihre Absenderdaten
Sie hinterlegen oder prüfen Ihre vollständigen Rechnungsdaten in Stripe – Firmenname, Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr. Diese Angaben übernimmt Fizard in die E-Rechnung.
-
Sie erstellen eine Testrechnung
Sie erstellen eine Testrechnung in Stripe und prüfen in der Fizard-Seitenleiste, ob die E-Rechnung korrekt erzeugt und versendet wurde.
Was Fizard im Stripe Dashboard zeigt
Fizard blendet im Stripe Dashboard eine Seitenleiste ein, in der Sie den Status jeder Rechnung sehen – Erstellungsdatum, Versandstatus und mögliche Fehler. Von dort lässt sich eine E-Rechnung auch manuell erneut versenden oder herunterladen. So behalten Sie den Überblick, ohne zwischen verschiedenen Systemen zu wechseln.
Die App ist im Stripe App Marketplace kostenlos verfügbar. Für den Versand der E-Rechnungen aus Stripe fallen keine zusätzlichen Lizenzkosten an.
Für Ihre eigenen Eingangsrechnungen – also E-Rechnungen, die Sie von Lieferanten erhalten – ist Fizard nicht zuständig. Den Empfang und die Verbuchung dieser Rechnungen organisieren wir gemeinsam über Ihre Buchhaltung \[Link zu einem Hilfsartikel].
Typische Fehlerquellen
- Unvollständige Stammdaten in Stripe: Fehlen Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., kann die E-Rechnung Pflichtangaben nicht enthalten. Die Rechnung wird dann unter Umständen vom Empfänger abgelehnt oder muss korrigiert werden.
- B2B und B2C nicht getrennt: Wird jede Rechnung pauschal als E-Rechnung behandelt, entsteht bei Privatkunden unnötiger Aufwand. Für B2C-Rechnungen besteht keine Pflicht zur E-Rechnung.
- Fehlende Zustimmung in der Übergangszeit: Wer in der Übergangszeit weiter PDFs verschickt, braucht dafür die Zustimmung des Empfängers. Ohne diese Vereinbarung ist die PDF im B2B-Bereich nicht zulässig.
- Gutschriften übersehen: Auch Gutschriften unterliegen der E-Rechnungspflicht. Fizard verarbeitet sie automatisch mit, sofern sie in Stripe als Gutschrift angelegt sind.
- Empfang nicht eingerichtet: Die Pflicht zum Versand ersetzt nicht die Pflicht zum Empfang. Wer keine E-Rechnungen empfangen kann, verpasst möglicherweise Eingangsrechnungen und den Vorsteuerabzug.
- Frist verwechselt: Die Empfangspflicht gilt seit 2025, die Versandpflicht greift später und gestaffelt. Wer beides gleichsetzt, schätzt den eigenen Handlungsbedarf falsch ein.
Aufgabenteilung
Ihre Aufgaben:
- Stripe-Konto und Rechnungsstammdaten vollständig pflegen
- Fizard installieren und mit Stripe verbinden
- Rechnungen wie gewohnt in Stripe erstellen
- Bei B2B-Kunden auf vollständige Empfängerdaten achten
Unsere Aufgaben:
- Empfang und Verbuchung Ihrer Rechnungen über die Buchhaltung
- Prüfung, ob Ihre Rechnungsstellung den umsatzsteuerlichen Anforderungen entspricht
- Beratung zu Fristen, Ausnahmen und Ihrer konkreten Umsatzgrenze
Die Aufteilung lässt sich an Ihre Abläufe anpassen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie bei der Einrichtung oder beim Zusammenspiel von Stripe, Fizard und der Buchhaltung Unterstützung möchten.
Häufige Fragen
Reicht die normale PDF-Rechnung aus Stripe nicht aus?
Im B2B-Bereich nur eingeschränkt. Eine PDF gilt umsatzsteuerlich als sonstige Rechnung und darf in der Übergangszeit bis Ende 2026 nur mit Zustimmung des Empfängers verwendet werden. Ab 2027 ist sie je nach Umsatz nicht mehr zulässig, ab 2028 für alle B2B-Umsätze nicht mehr.
Was kostet Fizard?
Die E-Rechnungs-App von Fizard ist im Stripe App Marketplace kostenlos verfügbar. Für den Versand der E-Rechnungen aus Stripe entstehen keine zusätzlichen Lizenzkosten.
Bekommen auch meine Privatkunden eine E-Rechnung?
Eine Pflicht dazu besteht nicht, da B2C-Rechnungen von der E-Rechnungspflicht ausgenommen sind. Fizard versendet E-Rechnungen für Kunden in Deutschland; Kunden im Ausland erhalten weiterhin eine PDF.
In welchem Format versendet Fizard die E-Rechnung?
Fizard nutzt das ZUGFeRD-Format, ein PDF mit eingebettetem XML-Datensatz. Es entspricht der Norm EN 16931 und ist sowohl für Menschen als auch für Software lesbar.
Muss ich meinen Ablauf in Stripe umstellen?
Nein. Sie erstellen Rechnungen wie bisher in Stripe. Fizard erzeugt und versendet die E-Rechnung im Hintergrund, sobald die Rechnung in Stripe angelegt ist.
Werden auch Gutschriften berücksichtigt?
Ja. Sobald in Stripe eine Gutschrift erstellt wird, verarbeitet Fizard sie ebenso wie eine Rechnung und erzeugt das passende E-Rechnungsdokument.
Kann ich eine E-Rechnung auch manuell versenden?
Ja. In der Fizard-Seitenleiste im Stripe Dashboard lässt sich eine E-Rechnung jederzeit erneut versenden oder herunterladen.
Deckt Fizard auch den Empfang von E-Rechnungen ab?
Nein. Fizard kümmert sich um den Versand aus Stripe. Den Empfang Ihrer Eingangsrechnungen organisieren wir gemeinsam über Ihre Buchhaltung.
Ist Fizard datenschutzkonform?
Fizard gibt an, DSGVO-konform zu arbeiten. Bei Fragen zur Verarbeitung Ihrer Rechnungsdaten und zu den nötigen Vereinbarungen sprechen Sie uns an.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine individuelle Beratung. Die Regelungen zur E-Rechnung und die Übergangsfristen können sich ändern; es gilt jeweils der aktuelle Stand. Funktionsumfang und Menüführung von Stripe und Fizard können sich durch Updates ändern, und die genannten Konditionen richten sich nach dem jeweiligen Anbieter.
Bei konkreten Fragen zu Ihrer Umsatzgrenze, zu Ausnahmen oder zur Einrichtung sprechen Sie uns direkt an.
Stand: Juni 2026